Was los? Kalte Füße? Oder fehlt 'ne knackige Idee?

Saarbrücken · Liebe Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, liebe Stadträtinnen und Räte. Das Fest der Liebe naht - Weihnachten! Alle dürfen sich was wünschen. Fast jeder kriegt was. Vieles davon ist zwar gut gemeint - doch trotzdem völlig unbrauchbar.

Man kann auch sagen: Bringt nix. So wie beispielsweise ein Willi-Graf-Ufer, an dem kein einziges Namensschild steht - und schon gar keine Tafeln, die erklären, wer der Graf war und warum das Ufer nach ihm benannt ist. Ja, aber genau so ein Willi-Graf-Ufer haben wir hier in Saarbrücken. Und zwar schon seit dem 10. September 2013. Das ist echt doof. Die SZ hat immer wieder drum gebeten, die Stadt möge Namensschilder und Erklärungstafeln anbringen, damit die Menschen - beispielsweise die Hunderttausende beim Saar-Spektakel - auch erfahren, wo sie sind, und warum das hier so heißt. Aber nichts hat sich getan. Was los? Kalte Füße? Angst, dass Saarländer sich unwohl fühlen, wenn da ein Schild steht, auf das sie stolz sein können? Oder fehlt ganz einfach nur der Text? Hier ist ein Vorschlag. Oben Großbuchstaben: "Willi-Graf-Ufer". Drunter ganz normal: "Willi Graf , geboren am 2. Januar 1918, war ein Saarbrücker Menschenfreund und Demokrat. Die Nazis folterten ihn 250 Tage lang, aber er verriet niemanden. Die Nazis enthaupteten ihn am 12. Oktober 1943. Er ruht auf unserem Friedhof St. Johann. Weil er und andere für die Demokratie kämpften, können wir heute hier in Ruhe feiern, bis das Licht ausgeht. Danke, Willi!" So, jetzt haben wir schon mal 'nen klasse Text. Und weil ja Weihnachten kommt, wünschen wir uns nun, dass dieser Text (oder einer, der vergleichbar knackig ist) beim nächsten Saarspektakel am Willi-Graf-Ufer hängt. Okay. Und damit - liebe Oberbürgermeisterin und liebe Räte - schließen wir auch schon unseren Wunschzettel. Bitte reichen Sie ihn schleunigst weiter an den kommunalen Weihnachtsmann.

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