Was hat Jack London mit einem Schwarzen Loch zu tun?

Saarbrücker Gedanken zur Milchstraße : „. . . gewusst, dass sich Unheil zusammenbraut“

Einer meiner Kollegen zitiert aus einem über hundert Jahre alten Buch. Hat das womöglich etwas mit einem Schwarzen Loch zu tun, das sehr gefräßig ist?

Buck las keine Zeitung, sonst hätte er gewusst, dass sich Unheil zusammenbraut.“ Einer meiner Kollegen wiederholt diesen Satz seit gestern in unregelmäßigen Abständen. Ich weiß nicht genau, warum er das tut.

Buck war ein Hund. Er lebte in Kalifornien, bis er aus diesem Idyll gerissen wurde und eine üble Zeit als Schlittenhund in Alaska begann. „Buck las keine Zeitung, sonst hätte er gewusst, dass sich Unheil zusammenbraut.“ Mit diesem Satz beginnt Jack London seinen Roman „Der Ruf der Wildnis“. Das Unheil, das Buck der Zeitung hätte entnehmen können: Es zogen Männer auf der Suche nach Gold in unwirtliche Gegenden - und dazu brauchten sie Hunde.

Der Satz wiegte in meinen Gedanken hin und her, als mein Blick auf die Zeitung fiel. „Schwarzes Loch in der Milchstraße gibt Rätsel auf“, stand da. Von einem gigantischen Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße war da die Rede. Einem Loch, das „gerade überraschend gefräßig“ sei und „riesige Massen von Materie in seinen Schwerkraftstrudel“ saugt. Das schließen Astronomen aus einem „plötzlichen Helligkeitsausbruch des Massemonsters: Es leuchtet so hell wie nie seit Beginn der Beobachtungen“. Das klang wie aus einem der Filme, in denen ein besorgter Commander auf der Brücke eines Raumschiffes steht. Die Lage war stehs ernst, aber ich wusste immer: Das geht auf jeden Fall gut aus. Das stand jetzt auch in der Zeitung: Über die Ursache rätseln die Wissenschaftler noch. Aber: Gefahr für die Erde bestehe nicht, betonen die Wissenschaftler. Das Loch sei 26 000 Lichtjahre von der Erde entfernt.  Aber womöglich schien für Buck auch Alaska Lichtjahre von seinem heimeligen Kalifornien entfernt. Meint mein Kollege vielleicht mit „Buck las keine Zeitung, sonst hätte er gewusst, dass sich Unheil zusammenbraut“ einfach nur: „Das Ende ist nah“?

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