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Von Müll und anderen Haufen

Unsere Woche. Michèle Hartmann

Picobello ist wieder aktuell. Zum Vorbericht darüber, dass Hunderte von Männern, Frauen und Kindern sich auf den Weg machen, um unsere Umwelt nach dem langen Winter optisch wieder auf Vordermann zu bringen, habe ich mal ins SZ-Archiv geschaut - und jede Menge Fotos gefunden. Fotos mit Bergen von Müll, die die freiwilligen Helferinnen und Helfer in den letzten Jahren zusammengetragen haben.

Wir leben in einer geteilten Gesellschaft, dachte ich bei mir. Die einen scheren sich keinen Deut darum, wie es in unserer Region aussieht, und die anderen räumen ihnen hinterher. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, wenn Sie die Straßen entlang fahren, vor allem die Autobahnen rauf und wieder runter. Was da alles rumliegt - unfassbar. Alles wurscht, alles egal, dabei mangelt es wirklich nirgends an Mülleimern. Neulich erzählte mir jemand von einem Mann, der ein ,,Vorsicht, Rattengift"-Schild vor seinem Grundstück aufgestellt hatte. Weil er es leid war, ständig Hundescheiße wegzuräumen. Das Schild zeigte Wirkung, es lag kein Haufen mehr da. Als er es aber schließlich entfernte, war die gleiche Sauerei wieder vorm Haus. Wenn ich vor meiner Tür einen solchen Hundebesitzer erwischen würde, ich würde ihn mit der Nase in den Haufen tunken.