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Von den St. Wendlern kann Saarbrücken etwas lernen, findet unser Autor

Kolumne So kann’s gehen : Notizen aus der Provinz

Eines muss man den St. Wendelern ja lassen: Sie verstehen etwas von Lebensart. Da verweilt man ganz gern und gönnt sich auf einer schicken Holzbank schon mal „Pausen, Design müssen“. Nicht schlecht das Wortspiel, oder?

Pausen, die sein müssen. Da muss man erst mal drauf kommen.

„Kuhten Tag“ grüßt an anderer Stelle eine lustige Kuh auf einem Holzschild vor einem Eiscafé. Wäre einem so in Saarbrücken wohl nicht passiert. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass einem in der Provinz eher Kühe begegnen als in der großen City. Vielleicht sind die St. Wendeler Kühe aber auch einfach besser drauf.

In der Kreisstadt rühmt man sich gern mit dem Spruch „In St. Wendel tut sich was“.Und das stimmt auch. Kaum ein Wochenende, an dem nicht irgendwas los ist: ein Konzert oder Flohmarkt, öffentlicher Tanz auf dem Schlossplatz oder eine Sportveranstaltung. Legendär ist der Ruf der Stadt als Radsport-Mekka, wo schon viele Meisterschaften ausgetragen wurden. Wesentlich zu verdanken ist das Klaus Bouillon, dem früheren langjährigen Bürgermeister der Stadt, der inzwischen Innenminister des Landes ist.

Er ist dem Motto seiner Heimatstadt treu geblieben. Wo Bouillon ist, da tut sich was – nicht nur zum Leidwesen der Opposition, sondern auch des Koalitionspartners SPD. Kernige Sprüche sind sein Markenzeichen. Vielleicht sollte sich Saarbrücken von ihm inspirieren lassen. Ein knackiger Werbespruch für die Landeshauptstadt fehlt nämlich noch, auch wenn Stadt und Regionalverband inzwischen ein neues Messe- und Tourismuskonzept verabschiedet haben. Unsere Bundeshauptstadt wirbt mit „Berlin ist immer eine Reise wert“. So einen Spruch brauchen wir auch. Denn hier schlägt doch das Herz des Saarlandes, oder?