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Gebühren
Vereine nicht über Gebühr belasten

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Totschlag-Argument: „Alles wird teurer.“ Damit versuchen viele, Preiserhöhungen zu legitimieren. In allen Bereichen. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Sicherlich ist was Wahres dran. Aber das treibt unweigerlich die Kostenspirale an. Das gilt genauso für Gebühren, die Kommunen eintreiben. Keine Frage: Wer städtische Einrichtungen nutzt, sollte  anteilsmäßig zur Kasse gebeten werden. Aber mit Augenmaß. Denn Städte und Gemeinden finanzieren sich längst nicht nur über solche Einnahmen, sondern  zum gehörigen Teil über Steuern und Abgaben, die wir entrichten.


Nun will die Landeshauptstadt die Entgelte für Hallennutzung nach Jahren des Stillstands aus ihrem Blickwinkel heraus moderat anheben. Was im konkreten Fall insbesondere Sport treibende Vereine trifft. Und damit ihre Mitglieder, sprich: Bürger. Vereine sind in den vergangenen Jahren durch zahlreichen Erhöhungen gebeutelt worden. Und das in einem erheblichen Maße. Zum Beispiel durch zusätzliche Auflagen bei öffentlichen Veranstaltungen, was Sicherheitsanforderungen betrifft. Die veränderte Lage erfordert zudem oft zusätzliche private Securitykräfte, die zu Buche schlagen. Die Verwertungsgesellschaft für musikalische Aufführungen, Gema, langt stärker zu. Die Liste ließe sich beliebig fortführen.

Vereine und ihre Ehrenamtlichen leisten bürgerschaftliches Engagement. Auch bei der Integration spielen sie eine außerordentliche Rolle. Dem muss sich eine Kommunalverwaltung, dem müssen sich Kommunalpolitiker bewusst sein. Sie dürfen Vereine nicht über Gebühr schröpfen, damit sie ihre wichtige Arbeit noch leisten können.