Unheimliche Begegnungen

„Man sollte die Menschen warnen“, forderte gestern eine Anruferin. „Stimmt“, findet SZ-Redakteur Martin Rolshausen.

Es gibt Behauptungen, die fand ich schon immer sehr gewagt. "Alles Gute kommt von oben" zum Beispiel. Sabine Rothgerber aus Altenkessel wird mir da zustimmen. Ein Rabe hat sie in diesen Tagen fast vom Fahrrad geholt. Sie hat nicht nur einen gehörigen Schreck gekriegt, sie macht sich auch Sorgen, dass das anderen Menschen auch so gehen könnte - Menschen, die nicht so sicher im Sattel sitzen wie sie, ältere Menschen zum Beispiel oder Leute, die ein Kind auf dem Rad dabeihaben.
Sabine Rothgerber war zwischen Luisenbrücke und Westspange auf der Alt-Saarbrücker Saarseite unterwegs, als plötzlich ein Rabe auftauchte, ihr auf den Kopf flog. Sie hat ihn abgeschüttelt, er verfolgte sie. Es war wie in Hitchcocks Film "Die Vögel". Unheimlich also.

"Ich wollte nur noch heim", hat die Frau gestern am Telefon erzählt. Zu Hause hat sie dann angefangen zu telefonieren, Behörden angerufen. Ihr Ziel: Irgendjemand muss doch die Menschen, die da auch vorbeiradeln, warnen. In den Amtsstuben hörte man ihr zu, aber mehr als Hinweise darauf, welches andere Amt wohl zuständig sein könnte, gab es nicht.

Also hier gleich zwei Warnungen. Erstens: Vorsicht vor Ungutem aus der Luft! Und: Telefonate mit Behörden sind nicht gefährlich, manchmal aber auch unheimlich - unheimlich frustrierend.