Ulrich Tukur, Träume und der Chef der Berufsfeuerwehr Saarbücken.

Saarbrücker Berufsfeuerwehr : Träumen mit Ulrich Tukur

Träume und reale Eindrücken, schreibt der Mann, der am Ende dieser Woche nach Saabrücken kommt, „sind eng miteinander verwoben“. „Der Traum“, schreibt er, „ist kein abseitiger Spuk, sondern die eigentliche Wirklichkeit.

Still umfängt er unser Leben, und wir sinken ganz und gar  in ihn zurück, wenn wir sterben.“ Ulrich Tukur heißt der Mann, der an diesem Sonntag auf Einladung der Buchhandlung Raueiser in der Saabrücker Congresshalle aus seinem neuen Buch liest.

 Ums Sterben ging es diese Woche in der Landeshauptstadt nicht. Aber der ein oder andere musste sich zwicken, um sicher zu sein, dass er nicht träumt. Josef Schun kehrte nämlich am Freitag als Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr zurück. Was für seine Vorgängerin ein Ding der Unmöglichkeit schien, hat der neue Oberbürgermeister Uwe Conradt geschafft: Chef und Mannschaft liegen sich zwar nicht vor Wiedersehensfreude in den Armen, scheinen sich aber entschlossen zu haben, wie Profis zu arbeiten. Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht, wenn man ein paar Monate zurückblickt. Da hat ein Gericht zum wiederholten Mal entschieden, dass die Abberufung des Feuerwehrchefs durch die Oberbürgermeistrin rechtwidrig war. Anstatt zu vermitteln, hat die Oberbürgermeisterin sich offen gegen Schun gestellt, die Mannschaft hat sich teilweise krank gemeldet. Und nur dank einer engagierten freiwilligen Feuerwehr war die Sicherheit in der Stadt gewährleistet. Es war ein Albtraum. Ob der wirklich zu Ende ist, wird sich zeigen. Vielleicht träumen wir ja nur gerade etwas harmonischer als sonst.

Wobei das alles leider nichts Poetisches hat. Deshalb freue ich mich so sehr auf Ulrich Tukur. Der Mann, den der eine oder die andere als Felix Murot aus dem „Tatort“ kennt, findet: „Angesichts der rapiden Zerstörung unserer poetischen Spielgründe, die in den geheimnisvollen Wäldern, den lichtverlorenen Ebenen und schattige Tälern liegen, scheint mir die Beschwörung des Traums essentieller denn je.“

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