Tag verpennt am Firmament?

Frühaufsteher Thomas Annen macht sich Sorgen.

Das Wetter soll toll werden, und ich habe frei. Den herrlichen Sommertag will ich nicht verschlafen, schon ganz früh bin ich wach. Kurz nach mir öffnet der erste Piepmatz die Augen, um 4.25 Uhr beginnt er zu singen. Der Weckruf für die Kollegen wirkt, zehn Minuten später ist die komplette Vogelschar am Zwitschern. Das ist Musik in meinen Ohren. Ich springe aus dem Bett, um den Tag mit meinen gefiederten Freunden zu begrüßen. Vom Balkon aus genieße ich den Blick, mit einer Tasse Kaffee in der Hand.
Ganz langsam graut der Morgen. Die Bäume sind nur schemenhaft zu erkennen, einige Sterne strahlen noch schwach. Der Horizont leuchtet orange. Doch die Farbe verblasst, es wird langsam hell. Von der Sonne ist allerdings noch nichts zu sehen. Wo bleibt sie nur?

Als um fünf Uhr die Kirchenglocke schlägt, stromert die Katze vom Haus gegenüber bereits durch den Garten. Na klar, bei dem appetitlichen Morgenkonzert hält sie nichts mehr im Körbchen. Der Nachbar ist auch schon unterwegs, er holt die Zeitung rein. Moin! Jetzt ist es fast taghell. Aber die Sonne lässt sich immer noch nicht blicken. Allmählich mache ich mir Sorgen . Doch dann kommt sie. Langsam, aber gewaltig. Zunächst zeigt sich nur ein Flackern am Horizont. Um sechs Uhr thront sie in voller Pracht am blauen Firmament. Groß, rund, gelb. Guten Morgen, liebe Sonne. Schön, dass du da bist!

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