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Wetter-Kapriolen
Warme Wetter-Grüße vom Mittelmeer ins Köllertal

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Goldene Oktobertage: Der Altweibersommer beschert dem Köllertal Sonne und Wärme. Von Jörg Hoffmann

Vom Herbstwetter zurück in den Altweibersommer, so lautet die Devise: Nachdem zu Wochenbeginn die ins Baltikum gezogenen Tiefs Inge und Jessika noch wolkenreiche und kühle Herbstluft bei etwas Nieselregen gebracht hatten – am Dienstag mit einstelligem Höchstwert von 9 Grad so kalt wie seit Anfang April nicht –, dreht der Altweibersommer durch Hoch Ulf wieder ordentlich auf. Bis Samstag wird es nochmals richtig warm, ehe am Sonntag Tief Kerstin für einen kurzen Dämpfer sorgt. Doch in der neuen Woche steht abermals ein stabiles Hoch vor der Tür, das einen goldenen Oktober ohne Ende verspricht – mit viel Sonnenschein und außergewöhnlicher Wärme bis über die Monatsmitte hinaus.


Das seit Mittwoch von Frankreich herein gezogene Hoch Ulf wandert weiter ostwärts und liegt morgen mit seinem Schwerpunkt bereits über dem Schwarzen Meer. Vorderseitig des zwischen England und Frankreich liegenden Sturmtiefs Kerstin verstärkt sich am Samstag die Südwestströmung und aus dem Mittelmeerraum wird spätsommerliche Wärme zu uns gepumpt. Heute und morgen ist es sonnig mit einigen Schleierwolken und trocken. Die Höchstwerte liegen heute um 22 Grad, steigen morgen auf für die Jahreszeit ungewöhnlich hohe 23 bis 25 Grad. Tief Kerstin greift am Sonntag in abgeschwächter Form mit einer Tiefdruckrinne auf Deutschland über. Dabei ist es stark bewölkt, bereits in der Nacht ziehen teils gewittrige Schauer durch, tagsüber gibt es zeitweise leichten Regen, und die Luft kühlt auf Werte um 16 Grad ab. Der Montag verläuft noch wolkig mit etwas Regen bei Temperaturen bis 18 Grad. Mit dem neuen Hoch Viktor bildet sich ab Wochenbeginn ein richtiges Hochdruck-Bollwerk zwischen Skandinavien und dem östlichen Europa, so dass die Tiefs über dem Atlantik nach Norden umgelenkt werden oder weit nach Süden ausweichen müssen.

Ab Dienstag wird sich der goldene Oktober von seiner besten Seite zeigen. Nach Nebelauflösung wird es heiter, oft auch wolkenlos und trocken, wobei die Temperaturen wieder ansteigen. Bis Mittwoch sind 18 bis 20 Grad zu erwarten, und in der zweiten Wochenhälfte schickt das kräftige Osteuropa-Hoch Viktor Grüße vom Mittelmeer, wenn mit einer südlichen Strömung 20 bis 23 Grad gemessen werden. Ob vielleicht gegen Ende der Woche vorübergehend schwache Höhentiefs über Westeuropa Schauer bringen können, ist noch unsicher. Auf jeden Fall scheint die Hochdrucklage einen langen Atem zu haben, so dass der Herbst noch lange Zeit golden sein wird. Mit dem zu Ende gegangenen September erlebten wir den sechsten „zu warmen“ Monat in Folge, denn bei einem Mittelwert von 15,5 Grad betrug die Abweichung im Vergleich zur langjährigen Norm 1,8 Grad. Regen war, mit 38 Liter pro Quadratmeter (45 Prozent weniger als üblich), wiederum Mangelware.