SPD will nicht jeden Baum in Saarbrücken retten.

Baum ab, ja bitte? : Wer sind die Guten?

Haben diejenigen, die in jedem Fall verhindern wollen, dass Bäume gefällt werden, immer recht, sind automatisch die Guten? Ulrich Commerçon, der Kreisvorsitzende der Saarbrücker SPD, hat diese Frage in dieser Woche mit Nein beantwortet.

Es gehe nicht an, „dass man sich aus purer Ideologie an jeden Baum kettet“, sagt er.

Genau das werfen Commerçon, Mirco Bertucci, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, und Christine Jung, die Bürgermeisterkandidatin der Saarbrücker SPD, der sogenannten Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP vor. Weil am Heidenkopf ein Waldstück gerettet werden soll, entsteht dort nicht wie geplant ein neues Wohngebiet. Und das Egon-Reinert-Haus, ein Seniorenwohnheim, kann nicht erweitert werden. Dabei werde dringend Wohnraum gebraucht. Und in einer Stadt, in der gerade 600 Menschen erfahren haben, dass sie ihren Job bei den Gusswerken verlieren, brauche es eine Politik, die Gewerbe- und Industriebetriebe neu ansiedelt und bestehenden Betriebe alle Möglichkeiten schafft, die sie zum Überleben brauchen, erklärte das SPD-Trio. Und nannte die Maschinenbaufirma Woll in Gersweiler als Beispiel. Die will erweitern, was nicht geht, ohne dass ein Stück Wald gefällt wird. In diesem Punkt ist allerdings noch unklar, wie sich die Saarbrücker Jamaikaner entscheiden. Der Kooperationsrat des Regionalverbands hat jedenfalls am Freitagnachmittag den Weg frei gemacht für die Änderung des Flächennutzungsplans, die notwendig ist, um aus der Wald- eine Gewerbefläche zu machen. Das ist zwar nur ein erster Schritt. Aber die SPD liegt vermutlich falsch: Zumindest in Sachen Woll sind wohl auch CDU, Grüne und FDP bereit, sich gegen die Bäume zu entscheiden.