Schön kindisch, die Großen

SO KANN’S GEHEN · Auch SZ-Redakteurin Michèle Hartmann wird beim Anblick eines Babys von Gefühlen überrumpelt.

Eigenartig, wie sich der erwachsene Mensch verändert, wenn ein winziges Wesen ins Spiel kommt. Das Gesicht nimmt verklärte Züge an, die Mundwinkel gehen nach oben, die Augen leuchten, die Stimmlage erhöht sich. Und aus dem Mund kommen seltsame Sätze wie: ,,Ei, wo isser dann?". ,,Du bischd jo mol e ganz Goldischer". ,,Ach, iss die süüüüß."
Solcherlei war kürzlich im Duschraum eines Hallenbades im Regionalverband zu hören und zu beobachten. Da saß ein ebenso friedliches wie speckiges Baby auf dem Boden, während seine Mama unter der Brause stand. Jede Frau, die hereinkam, beugte sich verzückt hinab zu dem kleinen Kerlchen und sagte ganz komische Sachen (siehe oben). Man selbst wurde beim Anblick des Kleinen ebenfalls von Gefühlen überrumpelt und begann zu brabbeln. ,,Hallo, Mäusje, du bischd awwa wirklich e ganz liewes Kind" - oder so. Daraufhin noch die Frage, die fast nie ausbleibt: ,,Wie alt isses dann?"

Als alles beantwortet und die Würdigung des Winzlings beendet ist, geht's ins Bad zum morgendlichen Aqua-Jogging. Da lehnt lässig ein älterer Herr am Beckenrand, schaut erst zu uns, dann hinauf zu unserer Trainerin und fragt gedehnt: ,,Ist das Aquaplaning?" Das war dann nun wirklich (schön) kindisch.

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