Saarbrücken könnte als Phantasia-Land Touristen anlocken.

Tourismus : Wirklichkeit wird vollkommen überbewertet

Diese Woche ging es um alte Probleme und neue Ideen.

Salvador Dali, der Meister des Surrealismus, war sich ziemlich sicher: „Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes.“ Eines Tages war diese Woche. Genauer gesagt: am Dienstag. Da hat Saabrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt dem Stadtrat mitgeteilt, dass der Investitionsplan des städtischen Gebäudemanagementbetriebs über Jahre „ein Wunschprogramm mit wenig Bezug zur Realität“ war.

Die Illusion war, dass wir gute Grundschulgebäude und Feuerwehrgerätehäuser haben und der wachsende Bedarf an Kitaplätzen gedeckt wird. Die Wirklichkeit ist: Keines der 19 Feuerwehrgerätehäuser erfüllt die heute gültigen Vorschriften. 14 der 28 Grundschulen müssen in Sachen Brandschutz dringend etwas tun. Und statt der bis zum kommenden Jahr versprochenen 1750 wird es nur 553 neue Kitaplätze geben.
In derselben Sitzung hat der Stadtrat beschlossen, dass man mehr Touristen anlocken will. Nein, nicht damit, das Saarbrücken ein neues Phantasieland ist. Unter anderem sollen die Touristiker mit dem Versprechen werben: „Saarbrücken ist die Hauptstadt des guten Geschmacks! Eingebettet in eine der schönsten Kreativ-Regionen Deutschlands!“ Das ist ein großes Versprechen. Salvador Dali hätte seine Freude daran.