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Brandschutz
Nach acht Jahren endlich ziemlich  schnell Chefsache

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Kinder in Gefahr, weil eine Gemeindeverwaltung gepennt hat. Das ist ein Vorwurf, mit dem man nicht leichtfertig spielen sollte. Und schon gar nicht sollte man Menschen Angst machen, weil man sich davon einen politischen Vorteil verspricht.  Nach Ansicht der Unteren Bauaufsicht (UBA) liege „derzeit keine konkrete Gefahrensituation vor“, teilt der Regionalverband auf Anfrage mit. Von Martin Rolshausen

Also: keine Panik.


Dennoch macht es sich Riegelsbergs Bürgermeister Klaus Häusle etwas einfach, wenn er die Diskussion um die Sicherheit der Kita Pflugscheit mit „Wahlkampf“ und Spekulationen von „interessierter Seite“ abtut. Einig sind sich die UBA ebenso wie Häusle und seine Kritiker nämlich in einem Punkt: Es muss nachgebessert werden. Und da tut Häusler das, was er der „interessierten Seite“ vorwirft: Er macht Wahlkampf. Bei der „letzten Gefahrenverhütungsschau“ sei bemängelt worden, dass zwei Türen fehlen, schrieb er am 8. März an die Eltern. Und beruhigt: Die Türen wurden „zwischenzeitlich bestellt“ und werden in zehn bis zwölf Wochen geliefert. Was Häusle verschweigt: Die letzte Gefahrenverhütungsschau fand 2011 statt. Dass „Türen zur Abschottung des Treppenhauses“ auf zwei Etagen „immer noch fehlen“, steht seitdem in den jährlichen Probealarmberichten. Den hat der Bürgermeister jedes Jahr unterschrieben, mit Ausnahme von 2014, da hat der Beigeordnete Stephan Müller unterschrieben. Man kann also sagen: Super, der Bürgermeister macht das zur Chefsache. Oder: Der Bürgermeister löst ein paar Wochen vor der Wahl ein Problem, auf das er seit 2011 einmal im Jahr hingewiesen wurde.