Politische Besetzung bei den Stadtwerken Saarbrücken wäre nicht gut

Personalpoker : Spielen sie wieder den Horrorfilm?

Manchmal will ich mich daran erinnern, wie das war, also ich mich ängstlich umgedreht habe auf dem Weg ins Bett. Wie ich Gänsehaut hatte, weil mein Kopf mir zwar sagte, dass das alles nur Erfindung ist, was ich da gerade gesehen habe, das Herz aber mit jedem Klopfen fragte: „Und wenn so etwas doch auch im richtigen Leben passiert?

“ Manchmal schaue ich mir deshalb alte Horrorfilme an. „Das Ding aus einer anderen Welt“ zum Beispiel. Oder: „The Fog – Nebel des Grauens“. Manchmal amüsiere ich mich dann über meine Angst von früher. Manchmal kommt ein wohliges Schaudern zurück.

Der Horrorfilm, der diese Woche in meinem Kopf ablief und mich weder amüsiert hat, noch wohlig schaudern ließ, wurde von einem Bericht meines Kollegen Lothar Warscheid ausgelöst. Der hat herausgefunden, dass der Vertrag des Saarbrücker Stadtwerke-Chefs Thomas Severin nicht verlängert werden soll. Der Mann hat seinen Job souverän gemacht. Dem Stadt-Konzern geht es gut. Severin selbst würde wohl gerne weitermachen. Der Gesellschafterausschuss, der von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz geleitet wird, hat sich in aller Stille aber gegen eine Verlängerung ausgesprochen, hat der Kollege recherchiert. Und: Es gehe offenbar darum, dass ein gut bezahlter Job gebraucht wird für einen verdienten Parteimann. Und da lief er dann, der Horrorfilm. Das letzte Mal, als sich die Politik zu sehr in die Arbeit des Stadtwerke-Managements eingemischt hat, wäre der Konzern fast daran zerbrochen. Dieser Stadtwerke-Horror lief vor gut zehn Jahren. Die Stadt, also wir Bürger, sind mit einem blauen Auge davongekommen. Warum also wieder so eine Aktion?

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