Peter Gillo wirbt für Heiratsanträge im Saarbrücker Schloss

Ein Ort für Heiratsanträge : Romantiker in Gefahr

Zweifelt Peter Gillo an seiner Wiederwahl zum Regionalverbandsdirektor im Mai? Plant er deshalb bereits jetzt einen Wechsel in die Beziehungsberatungsbranche? Oder versucht er sich bei heiratswilligen männlichen Wählern einzuschleimen?

Wie auch immer: Der SPD-Politiker übt sich in der Rolle des Romantikers. „Wer noch einen passenden Ort für einen Heiratsantrag sucht, wird vor dem leuchtenden Glasherz bei uns im Saarbrücker Schloss vielleicht fündig“, teilt er mit.

Bei dem Herz handelt es sich um eine Glas-Stahl-Skulptur des Saarbrücker Künstlers Markus Hohlstein. Das Herz besteht aus etwa 2000 Glasscherben und hat einen Durchmesser von etwa 40 Zentimetern. „Durch mehrere Mikro-LED-Leuchten kann das Herz in bis zu drei Farben gleichzeitig von innen heraus beleuchtet werden“, informiert die Regionalverbandsverwaltung, die ihren Sitz im Schloss hat.

Was Gillo nicht erklärt, ist, wie man seine Liebste in den Mittelpavillon des Schlosses locken kann. Aber wie einst die Fürsten, gibt sich deren Nachfolger als Schlossherr als Förderer der Kunst. Wobei er dafür natürlich nicht in die eigene Schatulle greift, sondern uns Steuern zahlende Bürger als Kunstförderer in die Pflicht nimmt. Was zumindest aus meiner Sicht vollkommen in Ordnung ist.

Dennoch mache ich mir Sorgen um den Regionalverbandsdirektor –  ein paar um seine Zukunft als Kommunalpolitiker, ein paar mehr um seine Karriere als Romantiker. Peter Gillo hat in seinem „Heiratsantrag im Schloss“-Satz ein Wort, das Wahlchancen mindern und romantische Stimmung in Sekundenbruchteilen zerstören kann: „vielleicht“.

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