Peinlicher Versuch, das Wahlergebnis schönzureden

Peinlicher Versuch, das Wahlergebnis schönzureden

Die CDU hat die Landtagswahl gewonnen. Trotzdem sagt die Linke-Fraktionschefin, die Wahl sei eine Bestätigung der Stadtratskoalition.

Wenn Parteien ihr Wahlziel nicht erreichen, dann reden die Politiker gerne das Ergebnis trotzdem schön. Jüngstes Beispiel ist die Linke-Fraktionschefin im Stadtrat, Claudia Kohde-Kilsch. Bekanntlich hat die CDU die Landtagswahl gewonnen. Ein mögliches Bündnis von SPD und Linken wollten die Wähler nicht. Und was macht Kohde-Kilsch? Sie pickt sich nur das Ergebnis in Saarbrücken raus und erklärt, die Bürger hätten "ein klares Votum" für die rot-rot-grüne Stadtratskoalition abgegeben und die gute Arbeit der Linke-Fraktion anerkannt. 17 Prozent der Stimmen holte die Linke in Saarbrücken, auf rund 52 Prozent kamen SPD, Grüne und Linke insgesamt, CDU und FDP zusammen aber nur auf 38 Prozent, sagte Kohde-Kilsch. Ganz nebenbei fiel sie der Landespartei in den Rücken mit der Äußerung, das Ergebnis von knapp 13 Prozent sei enttäuschend. Das dürfte ihrem Ziehvater Oskar Lafontaine gar nicht gefallen haben.

CDU-Fraktionschef Peter Strobel, der zugleich im Landtag sitzt, hat die Vorlage gerne genutzt und zurecht darauf verwiesen, die Äußerungen Kohde-Kilschs seien peinlich. Die CDU hat klar gewonnen, auch in Saarbrücken: 33,24 Prozent bedeuteten ein Plus von 3,7 Prozent gegenüber der Landtagswahl 2012, die SPD kam nur auf 28 Prozent. Vor fünf Jahren waren die beiden großen Parteien noch gleichauf.

Kohde-Kilsch hätte besser geschwiegen und das Ergebnis einfach akzeptiert. So wie die Grünen. Die holten zwar in Saarbrücken 7,3 Prozent der Stimmen, trotzdem fliegt die Partei aus dem Landtag. Denn außerhalb Saarbrückens sind die Zahlen ernüchternd: In Kleinblittersdorf erhielten die Grünen zum Beispiel nur 3,7 Prozent der gültigen Stimmen, in Völklingen gar nur 2,7 Prozent, in anderen Landesteilen war es ähnlich. Anstelle der Grünen zieht nun die AfD in den Landtag. Sie holte in Saarbrücken 6,1 Prozent, was fast exakt dem Landesergebnis entspricht.

Peter Strobel konnte sich übrigens den Hinweis nicht verkneifen, dass SPD, Grüne und Linke alle weniger Stimmen erhielten. Er sollte sich aber nicht zu früh freuen. 2019 sind Kommunalwahlen. Mal sehen, wer dann jubelt und welche Partei ihr Ergebnis schönredet.