Osterpause ohne Osterfrieden

Ferien. Auch für den Völklinger Stadtrat. Aber von österlicher Ruhe und Besinnlichkeit kann keine Rede sein. Bis zur Erschöpfung haben die Stadtverordneten am Montag getagt, beraten, sich die Köpfe zerbrochen, diskutiert.

Und schließlich entschieden, dass Schluss sein soll mit dem Stadtwerke-Engagement bei der Fischzucht. Wird sie nicht verkauft, soll sie Ende Juni dichtgemacht werden.

Zur Entspannung oder gar zum Frieden hat der Beschluss freilich nicht beigetragen. Nach wie vor glühen die Emotionen. Aufregung und Zorn bleiben. Oder auch Enttäuschung: Davon hat zum Beispiel Wolfgang Bintz (CDU ) gesprochen, Völklinger Bürgermeister und derzeit Stadtwerke-Geschäftsführer. Der Schließungs-Beschluss des Rates, sagte er, sei unter betriebswirtschaftlichem Gesichtspunkt wenig vernünftig.

Schwer zu beurteilen - Informationen, die Aufsichtsräte und Stadtverordnete besitzen, haben Außenstehende nicht. Klar scheint aber: Der Rat hat keine Geduld mehr zum Abwägen und Abwarten. Er will raus aus der Affäre. Will zurück zur kommunalpolitischen Normalität. Und die ist in Völklingen angesichts der Innenstadt-Ruinen und des klaffenden Haushaltslochs schon unnormal genug.

Ostern hin oder her, die Stimmung ist gereizt. Mittlerweile auch bei vielen Bürgern. Im Fokus steht dabei Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ). Bezeichnend ein Foto, das dieser Tage in der SZ-Redaktion einging: Ein Leser hat Lorigs Dienstwagen vor dem Rathaus abgelichtet - das Auto stand auf einem Behindertenparkplatz. Großer Unmut selbst über kleine Fehler des OB.

Über Ostern kann Lorig weder große noch kleine Fehler machen, er ist im Urlaub. Aber auch das könnte ein Fehler sein. In einer Krise, die längst nicht überwunden ist, sollte der Kapitän des Stadt-Schiffs besser nicht von Bord gehen.