Schönes Saarbrücken : Oh, wie schön ist Saarbrücken

Reisen bildet. Dafür muss man nicht mal weit fahren. Es reicht zum Beispiel: Mannheim. Da waren wir unlängst, um uns die neue Mannheimer Kunsthalle anzusehen. Und ich muss sagen: Wow! Das ist mal ein Museum.

Tolle Architektur. Licht und Raum, Höhe und Sichtachsen. Großartig.

Wenn man dann schon mal da ist, schaut man sich natürlich auch die Stadt drumherum mal wieder an. Dazu muss ich jetzt gestehen, dass wir in unserer Familie ganz gern an Saarbrücken rummäkeln. Hier ist es uns zu klein, dort zu schmutzig, da gefällt uns eine Straße nicht, überhaupt alles provinziell. Wir finden schon immer was zum Meckern. Und dann also Mannheim. Große Stadt. Ja, schon. Aber – ich hoffe, die lesen das dort nicht – sowas von hässlich. Dagegen ist sogar unsere Stadtautobahn eine Augenweide. Und dann auch noch: voller Menschen. Gegen einen normalen Marktsamstag auf dem Mannheimer Paradeplatz ist unsere Bahnhofstraße sogar an einem Samstag vor Weihnachten der reinste Ort der Stille.

Wir waren einigermaßen erschüttert und erschlagen. Und während wir da so in Mannheim in einem Straßencafé saßen, überkamen uns plötzlich ungewohnt zärtliche Gefühle für unsere Heimatstadt. Wie wunderbar sind unsere Samstage hier, die man flanierend zwischen Nauwieser Viertel, Markt und Schloss verbringen kann. Wie hübsch sind unsere Plätze in der Innenstadt. Und das viele Grün überall. Und ganz schnell ist man raus auf dem Land. Was für ein Luxus! Wir sind neuerdings richtige Saarbrücken-Fans und sagen jedem, der es hören will: Es lebe die angebliche Provinz! Oder, um Janosch zu zitieren: Oh, wie schön ist Saarbrücken.