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Öffentlich oder nicht?

Unsere Woche. Paul Ganster von der Linken-Fraktion im Völklinger Stadtrat sagte es am Donnerstag gleich zweimal. Er werde an den Abstimmungen nicht teilnehmen. Denn "dies ist keine öffentliche Sitzung, sondern eine Farce": Dass das Gremium für den zweiten Teil der Sitzung die Öffentlichkeit - in Gestalt der SZ - zugelassen hatte, mache die Sitzung noch lange nicht öffentlich. Dafür sei Voraussetzung, dass der öffentliche Charakter vorab angekündigt sei. Doris Döpke

Wo er Recht hat, hat er Recht: Bürger hatten keine Chance, die Rats-Beratung zu verfolgen; sie waren per öffentlicher Bekanntmachung ja ausgesperrt. Seltsam war's auch für die Berichterstatterin. War der quasi-öffentliche Sitzungsteil echte Debatte? Oder war's nur mehr Schaulaufen, nachdem die Entscheidung längst gefallen war? Das Bild, das sich vom Innenhof des Rathauses bot - von dort kann man das Geschehen im Sitzungssaal zwar nicht hören, aber sehen - legt Letzteres nahe.



Und noch eine Schlussfolgerung aus der Wartezeit: Völklingens Grünamt ist fachlich auf der Höhe, doch es hat zu wenig Leute. Der Innenhof ist geschmackvoll angelegt - doch Schafgarbe, Wegerich, Hahnenfuß haben den Rasen überwuchert, in Plattenfugen wuchern Gundermann und Sauerklee, die Rosen brauchen Schnitt.

Völklingen hat charmante Orte - öffentlich, hier ist das eindeutig. Die Stadt müsste sie nur besser pflegen.