Nochmal Glück gehabt

SZ-Mitarbeiter Alexander Manderscheid hat seiner Freundin von Anfang an immer gerne Blumen geschenkt, ohne dabei aber auf mögliche Fettnäpfchen zu achten. Er ist trotzdem in keines hineingetreten.

Meinung:
Nochmal Glück gehabt

Da bin ich mal wieder haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich die Vorteile des Daseins eines Blumenkavaliers entdeckt, es verleiht einem Treffen von Anfang an genau diesen ganz gewissen Schwung, den sich Fußballtrainer durch ein frühes Tor erhoffen.

Mir tut es für manche Freunde jetzt noch leid, dass sie nun regelmäßig in den Blumenladen laufen müssen, weil ich deren Freundinnen nach ihrer Haltung zu Rosen , Tulpen und Co. befragt habe. Aber diese Interviews waren einfach unumgänglich, um den verheerenden Satz einer Kommilitonin von vor über 15 Jahren aus meinem Kopf zu löschen, die da einst meinte: "Ich könnte glatt kotzen, wenn mir ein Mann eine Blume schenkt!"

Die Freundinnen meiner Freunde hätten mir aber auch ruhig sagen können, dass Blumen eine gewisse Symbolik haben. Oberflächlich war mir das schon klar, rote Rosen , weiße Lilien und so, ja ja. Aber wie tief das ins Detail geht...

Stellen Sie sich vor, ich wäre mit Malven zum ersten Rendezvous mit meiner Freundin aufgetaucht. "Ich schätze dich als beste Freundin!" - was hätte ich damit vielleicht angestellt? Oder gar gelbe Nelken: "Ich verachte dich!" - auch wenn das dann wohl eher verraten hätte: Der Typ kennt sich hiermit schlicht überhaupt nicht aus. Heute schon. Aber zu dieser Zeit ging ich nur nach Gefühl und nach bunten Farben.

Schließlich hatte ich an besagtem großen Tag eine Gerbera dabei, eine rote - an Rosen denkt dann ja jeder, und eine Gerbera wirkt beim ersten Treffen so schön "Understatement", wie ich finde.

"Durch Dich wird alles noch viel schöner!": Ich hätte es nicht besser formulieren können. Tja, da habe ich noch mal Glück gehabt.