Noch einmal kräftig sündigen

SZ-Redakteur Michael Emmerich hatte an Silvester eine Menge zu verputzen.

Weihnachtskarten mit Neujahrsgrüßen - uns sind dieses Jahr nur noch drei ins Haus geflattert - lagern inzwischen im Altpapier. Elektronische Mails mit guten Wünschen zum Fest und für 2017 - weitaus mehr als in den Vorjahren - sind gelöscht. Bei der Fest-Post meinen wir sogar einen Trend festzustellen: den so genannten Weihnachtsbrief als Rundmail. Die Absender belassen es nicht beim Gruß, sondern schildern für sie wichtige Ereignisse des zurückliegendes Jahres. Kleine Ich-Erzählungen.Erzählt wird in diesen Tagen auch wieder ausgiebig von guten Vorsätzen (mit der erfahrungsgemäß kurzen Verfallszeit). Schluss mit dem Rauchen, ist so ein Renner. Beim Einkaufen haben wir diese Woche folgende Szene beobachtet: Eine Kundin steht an der Kasse, hat schon bezahlt, da fällt ihr ein, dass sie was vergessen hat. Sie nehme noch eine Schachtel Zigaretten mit, sagt sie zur Kassiererin. Aber eine Riesenpackung - denn wenn zum Jahreswechsel die Böller und Sektkorken knallen, wolle sie mit dem Rauchen aufhören. Da fällt uns ein, dass wir im neuen Jahr den Süßigkeiten abschwören möchten - aber unser Weihnachtsbaum hängt voller leckerem Naschwerk. Hilft alles nix - da mussten wir in den letzten Stunden des alten Jahres noch kräftig sündigen.

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