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Neuer Schmuck in deutschen Automobilen

Kolumne So kann’s gehen : Mein Freund, der Duftbaum . . .

Corona ist Schuld. Es gibt schon wieder eine bedrohte Art in der Welt. Und das liegt mal nicht an der Klimakrise.

Ich mache mir Sorgen um den deutschen Duftbaum. Sie wissen schon, dieses baumelnde Etwas, das angeblich nach Wald, Zitrone oder wasweißich duftet, in Wahrheit aber doch immer ein bisschen an gerade gereinigte Toiletten erinnert. Das Bäumchen, das es längst auch in anderen Formen aus der Flora und Fauna gibt, baumelt gemeinhin in Automobilen. Sehr gerne auch in Taxis.

Und es hat seinen angestammten Platz am Rückspiegel. Dort aber bekommt es jetzt neuerdings Konkurrenz, und ich frage mich, wie lange es der noch wird standhalten können. Denn die Konkurrenz ist staatlich verordnet und nimmt ganz schön Platz weg. Die Konkurrenz ist mal schlicht bläulich-weiß, mal kunterbunt. Es gibt sie mit lustigen Sprüchen und Bildchen drauf, sogar mit Totenköpfen – wer’s mag.

Die Konkurrenz baumelt da, weil der Fahrer oder die Fahrerin sie griffbereit braucht und auch noch ein bisschen lüften will. Denn was da neuerdings in jedem dritten Auto am Rückspiegel baumelt, ist natürlich die sogenannte Alltagsmaske, der Mund-Nasen-Schutz, die Hygienemaske oder wie auch immer man sie nennen will. Achten Sie mal darauf, in wie vielen Autos sie hängt. Es ist ja auch praktisch. Ein Griff, ab ins Gesicht damit, ins Geschäft, wieder raus, zum Lüften aufhängen. Und so kommt man nicht in die Verlegenheit, schnell noch Brot kaufen zu wollen – und dann: Maske daheim vergessen.

Also alles gut. Eigentlich. Aber was wird nun mit dem Duftbaum? Der ist von jetzt auf nachher eine bedrohte Spezies. Ein weiteres Opfer von diesem miesen, fiesen, doofen Corona-Virus!