Neue Formen in der Politik?

Irgendwie will das öffentliche Leben in diesen Tagen nicht so richtig in Gang kommen. Auf Straßen und Plätzen sieht man kaum eine Menschenseele. Und was man nur im Freien tut, lässt man dann wegen der niedrigen Temperaturen lieber sein. Klar also, dass nur wenige Lust haben, eine Veranstaltung am Abend zu besuchen (etwa die Lesung von Karl Josef Boussard am Dienstagabend in der Quierschieder Gemeindebücherei), wenn sie sicher sein können, dass sie die Heimfahrt - zumindest zu einem Teil - in einem eisgekühlten Wagen zurücklegen müssen. Wünschen wir all denjenigen, die an diesem Wochenende zu größeren Veranstaltungen eingeladen haben, dass sie diese nicht vor weitgehend leeren Rängen absolvieren müssen.

Einen Gegenpart bildete in dieser Woche die VHS Dudweiler. Sie hatte zu einer (gut besuchten) Podiumsdiskussion zur Landtagswahl ins Bürgerhaus eingeladen. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe der Gemeinschaftsschule Dudweiler und des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Sulzbach wollte sie den Kandidaten und der Kandidatin auf den Zahn fühlen. Das gelang nur teilweise, denn die Podiumsteilnehmer wiederholten vor den zahlreichen Zuhörern bekannte Parteipositionen.

Das ist schade, denn gerade Jung- und/oder Erstwähler wollen neue Ideen hören, wie es in unserem Bundesland und in der gesamten Republik weitergehen soll. Das darf als Indiz gewertet werden, dass sehr viele junge Menschen sehr wohl Interesse an politischen Themen haben - auch aus der Bundespolitik. Vielleicht werden diese aus ihrer Sicht lediglich nicht modern genug aufbereitet und angesprochen.