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Wetter
Nach Friederike wird es nass-kalt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Am Wochenende blitzt mal kurz der Winter auf – aber längerfristig kommt er nicht ins Köllertal. Von Jörg Hoffmann

Die ruhige Wetterphase währte nicht lange – bereits diese Woche hat erneut eine dynamisch-aktive Westwetterlage mit Sturmtiefs die Regie übernommen. Dabei hat sich Sturmtief Evi als Zentraltief über dem Nordmeer etabliert, und innerhalb der kräftigen, nach Mitteleuropa gerichteten atlantischen Frontalzone, hat sich ein Randtief als so genannter Schnellläufer entwickelt, der sich auf seinem Weg über England und die Nordsee gestern zum Orkantief Friederike verstärkt hat.


Durch große Luftdruckunterschiede zwischen dem Tief und einer kräftigen Hochdruckzone über Südwesteuropa konnte sich ein großräumiges Sturmfeld über Deutschland ausbilden. Nach Abzug des Sturmtiefs nach Polen dreht die Strömung ab heute auf Nordwest, und maritime Kaltluft strömt ein. Somit wird es nass-kalt mit einem Hauch von Winter, ehe ab Montag die Zeichen abermals auf Milderung stehen. – Angesichts der derzeit sehr beeindruckenden Dominanz der Westwindströmung hat der Winter keine echte Chance, sich nachhaltig durchzusetzen.

Heute bilden sich bei wechselnder Bewölkung in der labilen Höhenkaltluft zahlreiche Schauer, die als Schneeregen, Schnee- oder Graupel fallen. Mit Höchstwerten um vier Grad ist es nass-kalt und in Schauernähe stark böig. Auch am Samstag gibt es, neben kurzen Aufheiterungen, noch einzelne Schneeschauer bei 1 bis 3 Grad. Abends könnte es bei Werten um den Gefrierpunkt zeitweise schneien. Der Sonntag startet wolkig mit etwas Sonne und trocken, während im Tagesverlauf dichte Wolken eines neuen Tiefs aufziehen und ab Nachmittag kräftige Niederschläge einsetzen, die zunächst bei Temperaturen von 0 bis 2 Grad als Schnee fallen, abends und nachts bei rascher Milderung aber in Regen übergehen sollen.



Montags ist’s erst regnerisch, der Südwestwind frischt auf; die Temperaturen steigen auf 5 bis 7 Grad, später ist es trocken. Ein weiterer Tiefausläufer überquert uns am Dienstag mit Regen bei Temperaturen um 8 Grad. Danach dehnt sich vorderseitig eines kräftigen Islandtiefs eine Hochdruckzone von den Azoren nach Mitteleuropa aus, wodurch wir in eine sehr milde Südwestströmung geraten. Es kommt ab Wochenmitte zur Wetterberuhigung und wird trocken. Bei teils bewölktem, teils heiterem Wetter ist es aber mit Temperaturen von 8 bis 11 Grad viel zu mild für den eigentlichen Hochwinter.

Gegen Ende der Woche kühlt es auf Werte um 6 Grad etwas ab. Aufgrund der festgefahrenen Großwetterlage mit einem starken Islandtief und einem ebenso kräftigen Azorenhoch, die für eine Erhaltungsneigung der milden Westwindbrise sorgen, ist ein nachhaltiger Wintereinbruch einfach nicht in Sicht.