Mit Mut und Menschlichkeit

Flüchtlings-Unterbringung in den Kommunen: Davon hört man fast nichts in Völklingen und Großrosseln. Tun die in den Rathäusern überhaupt was? Oh ja, sie tun was. Und zwar mehr, als sie müssen.In Völklingen tun die Leute des Verwaltungs-Fachbereichs für Wirtschaft, Kultur und Soziales was.

Das Team von Kurt Kasper organisiert, dass Flüchtlinge Wohnungen bekommen. Klingt einfach, ist aber kompliziert. Denn dazu gehört nicht nur der Schlüssel. Sondern auch der Check, ob Bett und Schrank an Ort und Stelle stehen, der Stromzähler angeschlossen, der Papierkram erledigt ist. Und es gilt, Sprachbarrieren zu überwinden. Dass die Wohnungen selbst in Ordnung sind, dafür sorgt - unter anderem - die Wohnungsbaugesellschaft GSW. Auch kompliziert, im GSW-Bestand gibt es enormen Sanierungsbedarf. Doch niemand klagt, niemand beschwert sich. Offenbar läuft alles glatt, offenbar machen die Beteiligten einen guten Job. Überdies kümmert sich die Stadt um Kümmerer. Trotz knapper Kassen hat sie Profis engagiert, die den Flüchtlingen helfen, im Alltag zurechtzukommen.

Auch im kleinen Großrosseln denkt man groß. Mit ihren aktuellen Plänen, Bauten zu erwerben und für Flüchtlinge einzurichten, lädt die Gemeinde fast dreimal so viele zusätzliche Flüchtlinge ein, wie jetzt dort leben - eine weit größere Anzahl, als sie aufnehmen müsste. Und sobald das Elementare gesichert ist, das Wohnen, sollen Betreuung und Integration in den Blickpunkt rücken, Ehrenamtliche stehen schon bereit.

Hier wie dort viel mehr als nur kommunales Pflichtprogramm. Auch wenn hier wie dort Eigennutz mitspielt: Zuschüsse helfen beim Sanieren; Leerstände werden neu belebt; alternde, schrumpfende Orts-Bevölkerungen bekommen Aufwind durch junge Zuzügler. Aber so ist das eben mit der Menschlichkeit und mit dem Mut, sich zu öffnen für(s) "Fremde": Willkommenskultur tut beiden Seiten gut.