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Mit der Schaffbux vor der Tür

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ARRAY(0x97c1c30) FOTO: Robby Lorenz
Mitten im Leben. Michèle Hartmann

Jetzt gibt's keine Ausreden mehr, das Wetter ist zu schön. Also springen wir hinein in die ,,Schaffbux" und machen uns ans Werk. Staubsauger mit Verlängerungsschnur vor die Tür schubsen, zwei Eimer warmes Wasser zubereiten, jede Menge Lappen und dann rein ins zweifelhafte Vergnügen. Mensch, wie sieht denn das Auto aus, zum Weglaufen. Doch von dieser Übung nehmen wir heute, wie gesagt, gehörig Abstand. Mutig geht's an die Windschutzscheibe mit einem Glanzalkohol-Mittelchen. Wenn ich Autos erfinden würde, kämen da nie schräge Scheiben rein. Man quält sich mit den Nass- und Trockenlappen in die Ecken und flucht vor sich hin. Nun gut, ohne ausgerenktes Rückgrat haben wir es geschafft und es sind keine Streifen sichtbar. Wahrscheinlich weil der Wagen noch nicht in der Sonne steht. Und schon kommt der Rest des Interieurs an die Reihe.

Iiiiiihhh! So ein Dreck in allen Ritzen. Staub, Blätter und Fusseln verschwinden flugs im Sauger, und nun gilt es sorgsam nachzupolieren. Dann den Kofferraum öffnen, dieses vermüllte Gehäuse. Alte Unterlagen kommen zum Vorschein und eine Sprudelflasche unter der Abdeckung. Na, hab' ich dich endlich, du elendes Gefäß. Den Winter über habe ich dich in jeder Kurve poltern gehört.

Zwischenzeitlich hat man jede Menge Menschen gegrüßt, die in unserem Viertel wohnen. Für ein kleines Gespräch bleiben sie stehen und freuen sich auch übers Wetter. Und dann kommt der Satz der Sätze, den man einfach nicht missen möchte: ,,Darf ich meins grad noch denääwe stelle?"