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Medien verstärken das "Es ist gefährlich"-Gefühl

Ruhe bewahren : Medien wirken aufs Gemüt

Fakt ist: Die Gefahr, Opfer eines Einbruchs zu werden, wird oft zu hoch eingeschätzt. Fakt ist aber auch: Für das Köllertal vermeldeten wir 2017 aus den Polizeiberichten alle vier bis fünf Tage einen Einbruch oder versuchten Einbruch.

Dass man da auf den Gedanken kommen kann, es wird „ständig“ eingebrochen, ist durchaus nachvollziehbar. Doch setzt man die Zahl der Einbrüche ins Verhältnis zu den über 25 000 Wohnungen im Köllertal, dann relativiert sich die „Einbruchsrate“ deutlich.

Hinzu kommt bei unserer Wahrnehmung auch unsere „kriminelle“ Freizeitgestaltung: Im Schnitt sieht jeder Deutsche täglich unglaubliche 220 Minuten Fernsehen – fragen Sie sich selbst: Wie viele Krimis, Action oder „Reality-TV“-haben Sie schon gesehen, in denen es um Mord oder andere kriminelle Machenschaften ging? Natürlich weiß jeder von uns, dass der gerade gesehene Krimi „nicht echt“ ist. Ich wage aber zu bezweifeln, dass unsere Weltsicht, und sei es auch nur unterschwellig, von „krimineller“ medialer Dauerberieselung unbeeinflusst ist. – Unterm Strich bleibt: Natürlich kann es jeden treffen – auch bei geringer Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden. Aber sich die Lebensfreude durch Ängste verderben zu lassen, wäre doch irgendwie schade …