Marco Reuther schreibt, wie Wortungetüme die Verständigung erschweren

Kolumne So kann’s gehen : Die sollen erst mal Deutsch lernen!

Stelzen können ja für Artisten, Clowns und Kinder ganz nett sein, aber auf Zungen haben sie nichts zu suchen.

Das geht ja wohl gar nicht! Die kommen einfach daher, wollen bestimmen, wie wir hier in Deutschland zu leben haben, sind aber nicht einmal der deutschen Sprache mächtig. Sollen doch erst mal richtig Deutsch lernen! Die Rede ist von ... unseren Politikern. – Gut, zugegeben, das war jetzt unzulässig pauschal formuliert. Manche von ihnen können es ja. Aber manchmal kann man schon „de Storze grien“, etwa wenn es in einem Gemeinderat seitens der Partei XYZ (Name von der Redaktion geändert) zu den Kindergartenplätzen im Ort heißt: „Die XYZ hat große Sorgen hinsichtlich einer bedarfsgerechten Zurverfügungstellung von Kitaplätzen.“ Himmelnocheins, warum kann man den nicht einfach sagen: „Wir befürchten, dass es bald zu wenige Kita-Plätze gibt“, statt auf Wortstelzen herumzueiern? Und wer sagt allen Ernstes in einem normalen Gespräch „fußläufige Verbindung“ statt „Weg“? In einer Sache jedenfalls sind Populisten manchen Demokraten voraus: So zu reden, dass jeder versteht, was gemeint ist. Schön wär’s halt, wenn es dann auch noch richtig wäre …

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