Marco Reuther muss sich von einem Teil seiner Hausbibliothek trennen

Kolumne So kann’s gehen : Goodbye, Karl May

Das sind Schmerzen. Mit blutendem Herzen Bücherregale entrümpelt und einiges in die Altpapier-Tonne gekloppt – so manches eignet sich halt nicht mal mehr zum Verschenken. Wer braucht etwa einen ADAC-Straßenatlas von 1984?

Oder, in Zeiten von Wikipedia und Internet, überalterte Nachschlagewerke? Gut, den zweibändigen Brockhaus, in dem die „aktuelle“ Deutschlandkarte noch das Kaiserreich zeigt, den kann ich, obwohl zerfleddert, einfach nicht wegwerfen. Aber diese alten Karl-May-Bücher. . .   Viele Male hatte ich mit Old Shurehand nach dem Schatz im Silbersee gesucht und mit Kara Ben Nemsi die Wüste durchquert – daher sehen die Bücher so aus, als hätte ich sie von Bagdad nach Stambul in der Satteltasche mitgeschleppt, die unterwegs noch ein paar Kugeln abbekommen hat. Also – Winnetou, verzeih mir – goodbye, Karl May.

Immerhin fällt noch ein Karton gut erhaltener Romane für den Lions-Club in Völklingen ab – er verkauft momentan in der Poststraße gespendete Second-Hand-Bücher für den guten Zweck. Ähnliche Aktionen sind immer mal wieder – also die Augen offen halten für ein sinnvolles Zweit-Leben von Krimi, Thriller, Liebesgeflüster & Co.

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