Meinung Manchmal ist der Kragen halt zum Platzen da

Darf ein Bürgermeister einem Bürger vorwerfen, dass er zu dämlich sei, sich zu informieren? Eigentlich sollte er da eher Zurückhaltung an den Tag legen. Darf einem Bürgermeister der Kragen platzen, wenn er und seine Verwaltung anonym geschmäht werden?

 Marco Reuther

Marco Reuther

Foto: SZ/Robby Lorenz

Doch, ja, das ist nachvollziehbar.

Sein Recht zu kennen ist einfach, seine Pflicht zu kennen, das scheint nicht ganz so leicht. Hatten wir jedenfalls auch schon, dass Bauprojekte monatelang angekündigt sind, und dann Bürger ganz erbost aus allen Wolken fallen, wenn’s losgeht. Es steht nicht im Gesetz, dennoch sehe ich nicht nur Politik und Verwaltung in der Pflicht, zu informieren, sondern auch den Bürger, sich zu informieren – und damit meine ich keine kruden Clips im Internet.

Die Welt – keine neue Erkenntnis – ist einem stetigen schnellen Wandel unterworfen. Vor zehn, fünfzehn Jahren hätte ich noch gesagt: „Anonyme Kommentare im Internet? Nun, wer’s mag, warum nicht?“ Inzwischen bin ich dafür, dass alles, was ins Internet eingestellt wird, zwingend mit dem echten Namen versehen wird. Dann würde vielleicht nicht mehr ganz so viel Müll bei Facebook & Co. landen, vor so manchem Klick würde vielleicht doch der Verstand eingeschaltet, und Beleidigungen würden wohl weniger leichtfertig verbreitet werden. Ich befürchte nur, dass für den ein oder anderen der beleidigende Ton inzwischen das Normale ist. Ist er aber nicht.

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