Faulenzen : Löcher im Käse des Lebens

Arbeiten kann Spaß machen, Nichtstun aber auch. Das Problem mit dem Nichtstun ist nur, dass man nie weiß, wann man damit fertig ist. Sagt einem ja keiner, und man selber merkt es nicht.

Faulenzen hat jedenfalls durchaus seine Berechtigung. Pausen sind schließlich  so etwas wie die Löcher im Käse des Lebens. Dennoch genießt der Faulenzer hierzulande keinen guten Ruf. Man wirft ihn oft in einen Topf mit Hallodri, Haderlump, Früchtchen, Galgenvogel und Taugenichts oder Tunichtgut. Dabei ist „eine gewisse Anzahl von Müßiggängern“ notwendig zur Entwicklung einer höheren Kultur, wie schon der spanische Schriftsteller Miguel de Unamuno in seinem „Plädoyer des Müßiggangs“ festgestellt hat. Und hat nicht auch Hermann Hesse ein Loblied auf die Kunst des Müßiggangs gesungen?

Einen harmlosen Piepmatz würde man jedenfalls bestimmt nicht Faulenzer oder gar Galgenvogel nennen, obwohl sie das Arbeiten ja auch nicht gerade erfunden haben. Denn heißt es nicht schon in der Bibel: Sehet die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, (...) und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Ganz ohne Arbeit. Quod erat demonstrandum.

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