Feiern und Wahlkampf sind kein Widerspruch: Lieber Feste als Bierernst

Feiern und Wahlkampf sind kein Widerspruch : Lieber Feste als Bierernst

Politik ist was für den Alltag, für und mit Menschen – warum nicht auch für Feste? Wenn jetzt, kurz vor der Wahl, Parteien zum Feiern einladen, ist das eine nette Sache. Es ist schließlich Mai!

Was für ein Wochenende! Hier lädt die SPD zum Feiern unter freiem Himmel ein. Dort die CDU zum Familienradeln im Wald. Da gibt’s ein Fest am Brunnen, im Nachbarort eins auf dem Dorfplatz, gleich nebenan noch eins im Grünen. Alles so bunt hier, man kann sich kaum entscheiden – und Parteien stehen auf der Gastgeberliste obenan.  Ein Schelm, wer Arges dabei denkt, könnten gestrenge Zeitgenossen beim Blick auf den Kalender sagen. Denn am Sonntag drauf, dem 26. Mai, wird bekanntlich gewählt. Politik ist eine ernste Angelegenheit, mag der oder die Gestrenge mit gerunzelter Stirne und erhobenem Zeigefinger erklären, Wählerstimmen-Fang beim Feiern gehört sich nicht.

Wer sich aber nicht zu den bierernst strengen Zeitgenossen zählt und es nicht mit erhobenen Zeigefindern hat, sieht beim Blick auf den Kalender noch was – etwas ganz Einfaches: Es ist Mai. Und die Eisheiligen sind vorüber. Das ist die Jahreszeit, in der man mit blauem Himmel und Frühlingswärme rechnen darf. Eine wunderbare Zeit, um draußen zu feiern, für Grillkönige, Wanderer, Radler, Blümchenpflücker, Waldbesucher, Sportler, Vereinsleute – und natürlich auch für Parteien, Wahlen hin oder her.

Überhaupt: Politik ist nichts für steife Veranstaltungen in düsteren Hallen. Politik ist eine Sache für den Alltag, für und mit Menschen. Und wo könnte man anderen Menschen besser, freundlicher, entspannter begegnen und mit ihnen ins Gespräch kommen als beim Feiern? Feiern wir also am Wochenende. Fragt sich nur wo – das Entscheidungsproblem müssen wir irgendwie noch lösen.

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