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Kolumne
Frag’ die Landfrau

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Der Kiwi-Strauch ist ganz schön groß geworden. Selbst jetzt, lange nach dem Entblättern, macht dieses eigenwillige Gewächs noch was her. In immer feineren Verästelungen hat sich der Exot entlang der Pergola zur Terrasse breitgemacht.

Doch nur zum Betrachten war er nie gedacht. Tatsächlich zeigten sich vor ein paar Jahren im Herbst erste Kiwis.


Mit ihnen wuchs bis Ende Oktober die Vorfreude auf einen vita­minreichen Genuss. Als die haarigen Früchtchen groß genug für die Ernte schienen, holten wir den ersten Jahrgang rein. Aber warum bloß waren die Dinger immer noch hart wie Holz?

Ich mahnte mich zur Geduld. Schließlich sind die Früchte aus dem Supermarkt, ob nun aus Neuseeland oder Italien, ja auch nicht immer butterweich, wenn wir sie erstehen. Im Unterschied zur Handelsware weigerten sich die Auersmacher Kiwis, auch nur ein bisschen weicher zu werden.



Erst  mit dem jüngsten Jahrgang kam die Wende. Die Vermieterin, erfahrene Haus- und Landfrau, überreichte uns einen Teil der Ernte, garniert mit einem wertvollen Ratschlag. Wir sollten doch die Kiwis in einen Frischhaltebeutel mit einem reifen Apfel stecken. Denn der dünste das Reifegas Ethylen aus. Und siehe da: zwei Tage später waren die Kerlchen merklich weicher – und nach vier Tagen reif. Ein Genuss. Gut zu wissen, was wir in zehn Monaten mit der nächsten Kiwi-Ernte machen.