Krokodilstränen fehl am Platze

Der Völklinger Stadtrat lässt sich nicht erpressen: Mit dieser trotzigen Grundhaltung hat der zuständige Ausschuss nun einmütig einen ebenso populistischen wie listenreichen Vorstoß der Verwaltung in Sachen Saarfest abgeschmettert.Nachdem sich der Qualm des Redefeuerwerks am Donnerstagabend verzogen hat, lässt sich folgendes festhalten: Wegen der Schuldenbremse darf die Stadt nur noch 46 000 Euro pro Jahr, früher war es das Doppelte, für das Saarfest ansetzen.

Das heißt konkret: Man macht das Fest wie bisher jedes Jahr, aber dann deutlich preiswerter. Oder man macht es nur alle zwei Jahre und geht dann weiter in die Vollen. Im Stadtrat hatte man sich schon vor anderthalb Jahren auf den Zwei-Jahres-Rhythmus geeinigt. Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU ) und seine Fest-Macher im Rathaus haben aus dem Hut heraus und ungeniert versucht, die Situation umzudrehen und den Rat Sparbeschlüsse in den Wind schreiben zu lassen.

Daher wäre es falsch, den Volkszorn auf den Stadtrat zu lenken. Das Völklinger Saarfest ist viel zu wertvoll, um politisch verheizt zu werden. Warum haben sich die Macher im Rathaus und die beteiligten Interessengruppen bisher nicht ernsthaft zusammengesetzt, um ein Konzept für ein jährliches Fest zu entwickeln, das zu den 46 000 Euro passt? Bezeichnend, dass sich Oberbürgermeister Lorig in der Sitzung von Bürgermeister Wolfgang Bintz vertreten ließ.