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Kommentar zu Möglichkeiten, armen Menschen in der Coronakrise zu helfen

Meinung : Auch die Stadt muss den Armen helfen

Es war doch klar, wen diese Katastrophe am härtesten treffen würde: die Ärmsten unserer Gesellschaft. Seit dem Ausbruch der Seuche in China musste jeder Politiker in der Region wissen, dass diese Krankheit nicht vor dem Saarland und erst recht nicht vor dem Regionalverband Halt machen würde.

Es lag auf der Hand, dass gerade arme Menschen rechtzeitig Vorräte anlegen wollen, um sich und ihre Angehörigen sicher versorgen zu können. Sie haben meist kein Auto und genauso wenig das Geld, den nächsten Supermarkt oft  mit dem Bus oder der Saarbahn aufzusuchen. Ganz abgesehen davon, dass die jetzt nun deutlich seltener fahren. Ja, es gibt nach wie vor Lebensmittelgutscheine beim Sozialamt oder im Jobcenter. Die sind jedoch keine Geschenke, sondern ein Vorschuss, der vom nächsten Hartz-IV-Betrag abgezogen wird. Diese Kürzung muss zumindest in der Krise wegfallen. Auch die größte Stadt des Landes sollte mehr tun, als an das Land, den Bund und den Regionalverband zu verweisen. Gut, dass OB Uwe Conradt den Ministerpräsidenten auf die Lage der Tafel-Klientel hingewiesen hat. Und schön, dass er „Ingos kleiner Kältehilfe“ den Weiterbetrieb ermöglicht. Noch besser wird es, wenn das Rathaus Hilfe für die armen Saarbrücker beisteuert. Von der eigenen Lebensmittel-Ausgabe bis zur Belieferung alter, einsamer Menschen, die sich jetzt nicht mehr vor die Tür wagen, ist einiges möglich. Uwe Conradt ist angetreten, mit seinen Leuten viel in Saarbrücken zu verändern. Jetzt kann er zeigen, dass in einer einzigartigen Notlage Hilfe über eigene Zuständigkeiten hinaus dazugehört.