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Nach „Land unter“ die Gluthitze
Köllertal kurios: Nach Regen- nun Trockenheitsrekord

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Bitte viel trinken: Am Dienstag und Mittwoch legt die Hitzewelle mit 34 bis 37 Grad noch eine Schippe drauf, ab Donnerstag wird’s dann etwas kühler. Von Jörg Hoffmann

Das Köllertal erlebt einen Sommer der großen Extreme, da Regen- und Trockenheitsrekorde in zwei aufeinander folgenden Monaten wirklich ein kurioses Phänomen sind. Nach dem regenreichsten Juni der Eiweiler-Messreihe (seit 1987) folgte der trockenste Juli der letzten 30 Jahre, denn bei einer Regensumme von 17,8 Liter auf den Quadratmeter, was noch nicht einmal einem Viertel des Solls entspricht, wurde der bisherige Juli-Rekord aus 2015 von 19,9 Liter sogar noch unterboten.


Der heiße Juli war bei einem Mittelwert von 21,1 Grad um 3,6 Grad wärmer als die Norm und wurde zum dritt-wärmsten Juli der Wetterstation Eiweiler hinter 1994 und dem Rekordhalter 2006. Damit war das Saarland hinter Berlin das wärmste Bundesland. Und mit einer Sonnenscheindauer von 324 Stunden machte die Sonne im Juli rund 43 Prozent Überstunden, was den zweit-sonnigsten Juli der Messreihe hinter 2006 bedeutet.

Der Hitze- und Dürresommer 2018 geht nun in eine neue Runde, denn der August macht genauso heiß weiter, wie der Juli aufgehört hat. Wenigstens der Mittwoch brachte nach den schweißtreibenden Tagen eine erfrischende Abkühlung zum Durchatmen – es kam sogar zu einem drastischen Temperatursturz auf angenehme 20 Grad. Am Frontensystem des Tiefs Juli bei Island hatte sich an dessen Kaltfront das kleine Wellentief Lydia gebildet, das mit gewittrigen Regenfällen über das Saarland gezogen war. Doch die dabei gefallenen 7 Liter Regen auf den Quadratmeter brachten kaum eine Linderung der Trockenheit und waren nicht mehr als der berühmte Tropfen auf den wahrlich heißen Stein.



Nach diesem Tief-Intermezzo verstärkte sich seit gestern wieder die von der Biskaya quer über Deutschland zur Ostsee reichenden Hochdruckzone, und die Hitzewelle erreicht einen weiteren Höhepunkt. So ist es heute und morgen sonnig bis leicht bewölkt, wobei wiederum sehr heiße Luftmassen aus Südwesteuropa zu uns gelenkt werden, so dass die Höchstwerte auf extrem hohe 33 bis 36 Grad steigen.

Am Sonntag dreht die Höhenströmung aufgrund einer schwachen, jedoch nicht wetteraktiven Kaltfront eines Nordmeertiefs auf West bis Nordwest. Dadurch wird es mit 28 bis 30 Grad etwas weniger heiß als zuvor. Die besagte Kaltfront wird sich lediglich durch kompaktere Wolken am heiteren Himmel bemerkbar machen. Am Montag weitet sich erneut ein kräftiger Hochdruckkeil aus Südwesten nach Mitteleuropa, und die abgedrängte Heißluft kehrt wieder zurück. Es ist sonnig mit lockeren Quellwolken und trocken bei Temperaturen um 32 Grad.

Und der Mittelmeer-Sommer legt noch eine Schippe drauf, denn bis zur Wochenmitte steigert sich die Hitzewelle vorderseitig einer Tiefdruckzone über dem Atlantik nochmals. Sonnenschein von früh bis spät in Verbindung mit einem neuen Hitze-Vorstoß lässt das Thermometer am Dienstag und Mittwoch auf extrem heiße 34 bis 37 Grad klettern.

Zwar ebbt in der zweiten Wochenhälfte die ungewöhnlich lange Hitzewelle endlich ab, doch die Trockenheit hält weiter an, der dringend nötige Landregen ist weit und breit nicht in Sicht. Ab Donnerstag kann es lediglich einige Schauer und Gewitter geben, es kühlt allmählich auf erträgliche Sommerwerte von 25 bis 28 Grad ab, und der Hochdruckeinfluss soll weiterhin dominieren.