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Kobolde gegen Titanen
Kobolde gegen Titanen und eine wirklich bohrende Frage

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es geht ein Riss durch unsere Redaktion. Argwohn und kaum verhohlene Aggression bestimmen das Klima. „Dummschwätzer“ ist noch das Netteste, was wir uns gegenseitig an den Kopf werfen. Angefangen hat alles mit einem Kollegen, der sich eine neue Bohrmaschine kaufen wollte. Unglücklicherweise konnte er sich nicht für einen Bohrkopf entscheiden und so stellte er die vermeintlich harmlose, letzten Endes aber verheerende Frage. „Was is’n besser? Kobalt oder Titan?“ Sätze von ungeheurer Sprengkraft. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Von Jörg Wingertszahn

Die Mannschaft ist in zwei Lager gespalten wie zu Zeiten der Volksfront von Judäa und der Judäischen Volksfront: Auf der einen Seite sind die Kobalt-Befürworter, die Kobolde (sie selbst nennen sich Kobaltiner), auf der anderen Seite die Titanen. Der Name ist  wohl auch in Anspielung auf die Götter der griechischen Mythologie gewählt. Ein bisschen Größenwahn steckt ja schon dahinter, sich mit Titanen zu vergleichen. Wenn Sie aus dieser kleinen Spitze schließen wollen, dass ich mich zu den Kobaltinern zähle, will ich nicht widersprechen.


Eigentlich blöd, sich über Bohrmaschinen zu streiten. Aber zu Bohrmaschinen wie zu Werkzeug überhaupt haben Männer eben ein sehr emotionales Verhältnis, Saarländer zumal. Eine Frau versteht das nicht. Meine erste Bohrmaschine hab’ ich mir von meinem allerallerersten selbst verdienten Geld gekauft. Ich nannte sie Susi. Was haben wir nicht alles zusammen erlebt! Meine erste Wasserleitung. Meinen ersten Stromschlag. Meine erste Fahrt im Rettungswagen. Wir waren glücklich, Susi und ich.

Um unseren redaktionsinternen Streit zu beenden, hat unser Kollege nun schweren Herzens erklärt, er wolle auf eine neue Bohrmaschine verzichten. Auch seine Frau habe ihn um des lieben Friedens willen dazu ermahnt, und der könne er nichts abschlagen. Er werde sich jetzt nur einen neuen Hammer kaufen, weil er Lust habe, etwas zu zertrümmern. Einfach so. „Aha“, sagte ich zu ihm. „Einen neuen Hammer? Aus Kobalt oder Titan?“