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Jetzt ist der Weg frei für Aufklärung

Jetzt ist der Weg frei für Aufklärung

Kein „goldener Handschlag“ für den fristlos entlassenen früheren Stadtwerke-Chef: Das beruhigt.

Völklingens Kommunalpolitiker hatten Stress nach der jüngsten Verhandlungsrunde des Saarbrücker Landgerichts. Die Stadtwerke-Geschäftsführung vermutlich auch. Was machen die bloß für einen Unfug?, fragten SZ-Leserinnen und -Leser. Denn Mitte März ging die Meldung durch die Medien, Jochen Dahm, früherer Chef der Meeresfischzucht, und die Völklinger Stadtwerke hätten den Rechtsstreit um Dahms fristlose Kündigung mit einem Vergleich beendet. Mit einer Regelung, die dem Mitte Oktober 2014 gefeuerten Dahm eine kräftige Gehalts-Nachzahlung sicherte plus großzügige Altersversorgung.

Die Meldung stimmte, die Prozessvertreter beider Parteien hatten das Papier unterschrieben. Aber endgültig war die Sache nicht. Der Stadtwerke-Aufsichtsrat hat sie nun gekippt, der Stadtrat wird den Beschluss besiegeln.

Das tat not. Ein "goldener Handschlag" für einen Manager, der Millionen an Stadtwerke-Geld verbrannt und den kommunalen Konzern fast an die Wand gefahren hat, hätte jedem Gerechtigkeitsgefühl widersprochen. Und wäre ein fatales Signal geworden - nach dem Motto: Wenn man nur weit genug oben steht, kann man sich die dicksten Fehler fast ungestraft erlauben. Aufsichts- und Stadträte hätten es leichter haben können: Sie hätten einen Vergleich von vornherein ausschließen können.

Immerhin, sie haben die Kurve gekriegt. Sie wollen also Aufklärung. Sie wollen wissen, was Fischzucht und Stadtwerke an den Rand des Ruins gebracht hat und wer dafür die Verantwortung trägt. Beruhigend. Denn das wollen die Völklinger auch.