Jamaika in Saarbrücken muss nun kluge Personalentscheidungen treffen.

Saarbrücker Stadtrats-Koalition : Jamaika ohne Inselstimmung

Seit dieser Woche bestimmt Jamaika die Geschicke der Landeshauptstadt. Inselstimmung will trotzdem nicht aufkommen in Saarbrücken. Das mag zum einen daran liegen, dass die Koalition aus CDU, Grünen und FDP, die Schwarzen, Grünen und Gelben also, deren Parteifarben sich zur karibischen Flagge mischen, nicht ganz so cool sind, wie echte Jamaikaner.

Zum anderen wirkt die parteipolitische Konkurrenz zunehmend unentspannt.

Von den kommunalpolitischen Jamaikanern haben wir diese Woche auf 35 Seiten Koalitionsvereinbarung erfahren, wohin die Reise in den kommenden fünf Jahren gehen soll. Wir haben auch erfahren, dass die Grünen Leitungswasser, die CDU Schokolade und die FDP Butterkuchen mit in die Verhandlungsrunden gebracht haben. Und wir haben erfahren (da wurden die Jamaikaner aber schon etwas weniger redselig), dass die Grünen die Ende des Jahres freiwerdende Bürgermeisterstelle besetzen und die FDP den im Sommer auslaufende Sicherheits- und Sportdezernentenposten bekommen. Namen wurden nicht genannt. Dabei liegen die auf der Hand: Für die Grünen wird vermutlich Barbara Meyer-Gluche als für die Stadtfinanzen zuständige Bürgermeisterin ins Rathaus gehen. Sie war schließlich Oberbürgermeisterkandidatin. Wenn die FDP alle Sinne beisammen hat, schickt sie Erik Schrader in das Dezernat, das unter dem Linken Harald Schindel zum Problemfall wurde. Die freiwillige und die Berufsfeuerwehr, die finanzelle Schieflage bei der städtischen Servicefirma IKS, die Schwimmbäder, Sporthallen und -plätze - dazu braucht es jemanden mit Erfahrung. Und die bringt aus der FDP gerade nur Erik Schrader, der eine Amtszeit lang erfolgreicher Kultur- und Bildungsdezernent war, mit.

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