Ist das Kunst oder muss das weg?

SZ-Mitarbeitern Traudl Brenner verfolgt Fußspuren.

Meinung:
Ist das Kunst oder muss das weg?

Was haben wir neuerdings für wackelfreie, schöne Bürgersteige in Saarbrücken! Also zumindest rund ums "Luisenviertel". Da geht ja jetzt das große Sanierungsprojekt seinem Ende entgegen. Und ganz edel hellgrau präsentieren sich die neuen Bodenplatten. Fast ohne Kaugummi-Zier. Und dazu noch individuell mit schwarzen Mustern gestaltet! Die ziehen sich hier und da über die Oberfläche, erinnern allerdings ein bisschen an Fahrradprofile. Und dazwischen gibt es ebenfalls schwarze, aber schuhsohlenförmige Muster, die meist die Richtung zu Läden weisen.

Wer hat sich dieses Dekor nur ausgedacht? Kein Schild verrät den Namen des Künstlers. Irgendwie gefallen mir die Muster auch nicht so recht. Sieht zu sehr aus, als wäre da ein Dös kopp durch den frischen Asphalt auf der Fahrbahn gelatscht oder mit dem Rad gefahren, und hätte dann seinen Weg auf den neuen grauen Platten fortgesetzt. . . Wie, das ist auch so? Peinlich. Wer macht's weg? Und wer zahlt es?

Bei der Gelegenheit fällt mir ein: Ähnliche schwarze Fußabdrücke gab es vor Jahren schon mal. Man sieht noch Reste in der Schloßstraße. Die waren wohl im Zusammenhang mit einer Pilgerfahrt entstanden. Da kann man mal sehen: Früher musste man nach Santiago di Compostela - heute muss man in Saarbrücken nur über die Straße pilgern, um "ewige" Fußspuren zu hinterlassen.