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In Saarbrücken werden Bäume von Freunden zur Gefahr.

Kommunalpolitik : Ende einer Freundschaft

Anfang dieser Woche wurde aus einem Freund eine Bedrohung. Und aus einem B-Problem ein S-Problem. Anfang der Woche ist in Alt-Saarbrücken ein Baum umgefallen. Er hat ein Auto erwischt, verletzt wurde niemand.

Nur das Sicherheitsgefühl hat Schaden genommen. Zumindest sagt das die CDU.

Als vor zwei Wochen eine Buche am Meerwiesertalweg auf ein Auto fiel und dabei dessen Fahrerin verletzte, mahnte für die CDU noch einer aus der B-Mannschaft ein dringendes Handeln der Stadtverwaltung an. Hermann-Josef Anton, der Vorsitzende der CDU im Bezirksrat Mitte, warnte vor Gefahr für „Leib und Leben der Bürgerinnen und Bürger in der Landeshauptstadt“. Ein zweiter umgestürzter Baum hob das Problem nun von dieser B- auf die S-Ebene: die Stadtrats- und Spitzenkandidatenebene. Uwe Conradt, der Oberbürgermeister-Kandidat und CDU-Fraktionsvorsitzende im Saarbrücker Stadtrat, wiederholte Antons Frage „nach der Sicherheit und Standfestigkeit der Saarbrücker Stadtbäume“. Und er wiederholte in seiner Pressemitteilung auch die Antwort der Stadtverwaltung: Eigentlich soll jeder Baum einmal im Jahr auf Standsicherheit hin überprüft werden. Der umgefallene Baum im Meerwiesertalweg wurde aber zuletzt vor 17 Monaten kontrolliert.

Der Baum war also ein halbes Jahr länger als geplant unbeaufsichtigt. Das will Conradt in gleich mehreren „zuständigen Ausschüssen“ zum Thema machen. Und darüber reden, ob man die Bäume nicht öfter kontrollieren muss. Klingt logisch, klingt aber auch nach dem Ende einer wundervollen Freundschaft: Der als Freund besungene Baum ist zum potenziellen Feind geworden.