In Saarbrücken gibt es Briefkasten asten nur für Liebesbriefe

Liebesbriefkasten : Wollen die provozieren? Und wer sind die eigentlich?

Mit etwas gutem Willen ist auch Steuerberater-Post ein Liebesbrief.

Briefkasten in der Saarbrücker Eisenbahnstraße. Foto: Martin Rolshausen

Dürfen die das? Einfach so einen Aufkleber auf einen Briefkasten kleben? Wollen die mich provozieren? Wollen die meinen Tod, indem sie mich durch den Regen zu einem anderen Briefkasten hetzen? Muss ich mich daran halten - und merken die das, wenn nicht? Werden die mich bestrafen? Und wer sind überhaupt mal wieder „die“? Fragen über Fragen im Kopf. Einen Briefumschlag mit Belegen und erklärenden Sätzen, die dafür sprechen, dass ich den Überblick verloren habe, für meine Steuerberaterin in der Hand. Und diesen Schriftzug in Schwarz auf gelbem Grund im Blick: „nur Liebesbriefe“. Was tun? Jean-Jacques Rousseau kommt mir zu Hilfe – auch wenn der schon lange tot ist. „Um einen guten Liebesbrief zu schreiben, musst du anfangen, ohne zu wissen, was du sagen willst, und endigen, ohne zu wissen, was du gesagt hast“, hat der erklärt. So gesehen sind meine Briefe an die Steuerberaterin Liebesbriefe. Also rein damit in den Liebesbriefkasten.

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