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Kolumne
Heiße Fahrt nach Wischer-Mätzchen

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Mein Auto gab mir Feuer. Aber ich bin Nichtraucher. Und das heiße Angebot kam nicht aus dem Zigarettenanzünder. Nicht die einzige Überraschung, wie sich zeigen sollte.

Auf nach Saarbrücken. Der Wagen schnurrte über die B 51. Mit einem Griff zum Wischerhebel begannen der Ärger und der unvergessliche Teil dieses Sommertages. Unter dem Summen der Pumpe breitete sich ein Wasserfilm auf der Windschutzscheibe aus. Die Wischer legten pflichtgemäß los. Dass sie nicht von selbst wieder aufhörten, sondern weiter übers Glas glitten, als das längst trocken war, hielt ich zunächst für eine harmlose Laune der Bordtechnik. Schließlich hörten die Wischer doch noch auf. Ein Grund, die Aufmerksamkeit wieder anderen Dingen zu widmen, war das leider nicht. Das Wischerpaar blieb nur deswegen stehen, weil der Elektromotor gerade den Geist aufgegeben hatte. Mit einem Kurzschluss, wie ich später erfahren sollte. Die Elektro-Panne zog den Wischer-Schalter in Mitleidenschaft. Sein Kabel kapitulierte mit einer Flamme, die mir hinter dem Lenkrad entgegenzüngelte und von stinkendem Rauch begleitet war. Es folgten der Zwangsstopp, sobald der gefahrlos möglich war, und das bange Warten auf die Werkstatt. Der Befund, einfühlsam mitgeteilt: Ein neuer Wischermotor musste her, der Schalter im Inneren brauchte ebenso einen Nachfolger. Seitdem ist die Unbefangenheit beim Griff zum Hebel verflogen. Hoffentlich wischt der Alltag das flaue Gefühl wieder weg.