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Der Osterbotschafter der Bezirksbürgermeisterin
Hase Nummer 13, furchtlos, stabil und vergnügt

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Kurz vor Ostern passieren seit Jahren zwei Dinge: Die Bezirksbürgermeisterin für Saarbrückens Mitte, Christa Piper, malt einen Hasen. Und die deutschen Jäger halten uns ein Hasengespräch. Von Martin Rolshausen

Hase Nummer 13 wirkt vergnügt. Dass Christa Piper vor ihm bereits zwölf Hasen in die Welt gesetzt hat,  stört ihn offenbar überhaupt nicht. Das lässt folgende Schlüsse zu: Hasen sind im Gegensatz zu einigen Menschen nicht abergläubisch. Oder sie sind es doch, aber die 13 ist für sie keine Unglückszahl. Hasen würden also nie die 13 auslassen, indem sie im Flugzeug zum Beispiel auf Reihe 12 Reihe 14 folgen lassen. Oder Hasen sind gar keine solche feigen Gesellen, wie wir Menschen unterstellen. Sprich: Die wahren Hasenfüße sind wir selbst.


Hase Nummer 13 ist ein Botschafter der Saarbrücken-Mitte-Bezirksbürgermeisterin Christa Piper. Mit ihm wünscht sie in diesem Jahr frohe Ostern. Sie hat den Hasen Nummer 13 wie seine 12 Vorgänger selbst gemalt. Professionell! Denn die Frau, die Geschäftsführerin der Saarbrücker SPD-Stadtratsfraktion war, Pressesprecherin im Ministerium von Christiane Krajewski und streitbare Frauenbeauftragte der Saarbrücker Stadtverwaltung, hat ganz am Anfang ihres Berufslebens als Diplomgrafikerin gearbeitet.

So verlässlich wie Christa Pipers Hasen kommen in der Woche vor Ostern auch Pressemeldungen des deutschen Jagdverbandes. Auch darin geht es um den Hasen. Korrekter: um den Feldhasen. „Im vergangenen Frühjahr haben Jäger durchschnittlich 11 Feldhasen pro Quadratkilometer auf Wiesen und Feldern in Deutschland gezählt“, meldet der Verband und kommt zum Ergebnis: „Feldhasenbestand stabil.“

Der Jäger wäre aber kein Jäger, wenn er nicht jagen wollte. Zum Wohle des Hasen, natürlich. „Die Bejagung von Raubsäugern wie Fuchs oder Marder ist besonders wichtig“, um den Hasenbestand stabil zu halten, teilt der Jagdverband mit. Und irgendwie sind Jäger auch Ernährungs-, Sicherheits- und Gesundheitsberater für Hasen. Hasen benötigen „Flächen mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie Rückzugsräume“, erklären die Jäger. Und bedauern, dass es „durch ungünstige Witterungsverhältnisse, insbesondere im Frühjahr, zur Unterkühlung der Junghasen und somit zu erhöhter Sterblichkeit“ gekommen sei. Auch der Straßenverkehr sei eine Gefahr: Ein Drittel aller Wildtiere, die zu Verkehrsopfern wurden waren Hasen, sagt die Jagdstatistik.

Hase Nummer 13 droht keine Gefahr durch Grippe, Autos oder Mangelernährung. Er ist Kunst. Vielleicht ist er deshalb so vergnügt.



Mit diesem Hasen wünscht Christa Piper frohe Ostern.
Mit diesem Hasen wünscht Christa Piper frohe Ostern. FOTO: Christa Piper