Harte Sprüche, weichgespült

Den 1960er Jahren, als das Fernsehen noch ein junges Medium war, verdanken wir langlebige, bis heute unvergessene Werbespots. Bestimmt erinnern Sie sich noch an "läuft und läuft und läuft" - das würde das Volkswagenwerk wohl heute nicht mehr wagen.

Auch "man gönnt sich ja sonst nichts" hat es in die Sphäre der "ewigen" Redensarten geschafft. Und natürlich "Lenor und das schlechte Gewissen". Wenn etwas nach dem Waschen zu hart ist, kippen wir zum Schluss einfach Weichspüler dazu, lehrt uns diese Reklame. Und zeigt uns ein soziales Wunder: "Alle haben dich so lieb", raunt die Gewissensstimme am Schluss der weichspülenden Hausfrau zu.

Für Politiker ein Traum. So wendet nun auch Klaus Lorig die Werbespot-Lehre an. Missverstehen konnte man wirklich nicht, was er kurz, knapp und klar im SZ-Redaktionsgespräch sagte. Was ist, wenn Stadtwerke-Mitarbeiter nicht freiwillig in eine Transfergesellschaft wechseln?, fragten wir. "Die Alternative liegt auf dem Tisch: betriebsbedingte Kündigung", lautete die Antwort - und nach den Reaktionen zu urteilen, war dieser kühle Satz wohl allzu hart gewaschen.

Also Weichspüler her, sozialverträglich und so. Ob das mit dem Liebhaben wohl auch in der Politik klappt?