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Respektlos
Grenzen setzen, dringend!

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Rahmenbedingungen ändern sich. Hält sich der Ärger mit Leuten, bei denen die Erziehung versagt hat, noch im Rahmen, dann kann eine Gesellschaft toleranter sein als in Zeiten, in denen mehr Unerzogene die Gesellschaft immer ungenierter mit Füßen treten. Dass eine Gruppe 14-Jähriger in Riegelsberg 40, 50 Straftaten begeht, ohne unmittelbare Konsequenzen zu spüren, ist unerträglich und für einen Rechtsstaat nicht hinnehmbar. Solche Jungs wollen und müssen Grenzen gesetzt bekommen – auch im eigenen Interesse ihrer Entwicklung. Von Marco Reuther

Es geht hier auch nicht um die Frage, entweder Jugendschutz oder Bürgerschutz, sondern um „sowohl als auch“: Selbstverständlich sind die jungen Täter gleichzeitig auch Opfer ihrer Lebensumstände, die Hilfe brauchen. Das ändert aber nichts an der anderen Seite der Geschichte, dass ein Rechtsstaat für sich und seine Bürger Respekt einfordern muss, und dass Straftäter nicht lernen dürfen: Wir kommen mit allem davon. Tatsächlich werden sie auch nicht davon kommen, aber mit Verurteilungen ist frühestens in etlichen Monaten zu rechnen, was die Täter dann nicht mehr mit ihren Taten in Verbindung bringen – damit ist die Chance auf jeden Erziehungseffekt dahin.


Man muss nicht gleich in Stammtisch-Manier „Alle wegsperren!“ brüllen – aber man darf auch einfach sagen: Genug ist genug.

Und denken Sie jetzt nicht „ja, ja, die Jugend!“, es geht hier nicht um „die Jugend“, sondern um ganz bestimmte Jugendliche. – Und die Leute, die gestern beim Unfall auf der A8 mal wieder keine Rettungsgassen ließen, oder die sich jüngst bei Kappensitzungen rücksichtslos gegenüber Vortragenden und anderen Gästen verhielten, das waren zum Beispiel keine Jugendlichen, sondern „Vorbilder“.