Goldenes Blitzen im Vorbeigehen

SZ-Mitarbeiter Thomas Annen freut sich über eine Zufalls-Entdeckung.

Ein Sprichwort sagt: "Das Geld liegt auf der Straße.". Mag sein. Dass man sich aber nur zu bücken braucht, um es aufzuheben, stimmt nicht. Zumindest nicht in diesem Fall. Die Münze, die ich vor einiger Zeit beim Radeln auf dem Völklinger Heidstock entdeckt habe, liegt nämlich nicht auf der Straße. Sie befindet sich in der Straße.
Wahrscheinlich ist sie kurz nach dem Verfüllen einer Asphaltnaht zu Boden gefallen. Beim Verdichten wurde das Geldstück dann in den Belag gepresst. Millimetergenau schließt es mit der Oberfläche ab. Vielleicht hat ein Arbeiter seinen Glücksgroschen auch ganz bewusst im Asphalt versenkt? Ich tippe ja eher auf Kunst im öffentlichen Raum.

Was mich erstaunt: Auch nach mehreren Monaten hat die Münze nichts von ihrem Glanz verloren. Vermutlich wird sie von den Autoreifen ordentlich poliert. Oder der Urban-Art-Künstler schaut einmal im Monat vorbei und schrubbt sein Exponat.

Ich freue mich beim Vorbeiradeln jedenfalls immer, die zehn Cent zu sehen. Wo genau sie liegen, wird nicht verraten. Wäre auch ein schlechter Ort für Schaulustige. Die Straße ist nämlich stark befahren. Aber vielleicht war das ja die Intention des Künstlers: ein Werk zu schaffen, auf das man nur einen flüchtigen Blick werfen kann. Im Vorbeigehen. Als Symbol für die Hektik unseres Alltags. Genial!