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Gerne ein Hofknicks, aber tut was!

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ARRAY(0xa4c8118) FOTO: Robby Lorenz
Unsere Woche. Ein Leben in Freiheit sei nicht leicht, und die Demokratie sei nicht vollkommen. Es gibt Tage, an denen ich genau zu verstehen glaube, was John F. Kennedy damit meinte. Diese Woche war so ein Tag. Es war der Tag, an dem die Stadtverwaltung meine Frage nach der Alten Brücke beantwortet hat.Was denn aus dem Versprechen von 2013 geworden ist, wollte ich wissen. Martin Rolshausen

Damals hatte die Baudezernentin angekündigt, dass die Brücke im ganz großen Stil saniert wird. Zwei Jahre später hat die Verwaltung nun mitgeteilt, dass schon kurz nach dem Versprechen klar war, dass man sich da versprochen hat. Die Europäische Union hatte nämlich bereits 2013 den Großprojektantrag "Stadtmitte am Fluss" abgelehnt. Und damit war nicht nur der Tunnel tot, sondern auch das Geld für die Alte Brücke gestrichen.

Zwei Jahre später heißt es nun: Schlecht gelaufen, aber wir machen jetzt ein Gutachten , koordinieren die beteiligten Behörden, 2017 wird dann saniert.

Fragen drängen sich auf: Wieso machen die jetzt erst Gutachten und koordinieren die Behörden, wo die Baudezernentin schon 2013 sagte, was zu tun ist? Und: Ist es Zufall, dass es wieder zwei Jahre sind, die zwischen Versprechen und dem großen S liegen? Dem S für Sanierung oder für Scheitern.

Gebaut wurde die Alte Brücke vor 468 Jahren - weil jemand Angst hatte, nasse Füße zu kriegen: Kaiser Karl. Der konnte nicht über die Saar wegen einer Sache, die wir gut kennen: Hochwasser. Das war dem Saarbrücker Grafen Philipp offenbar peinlich genug, um zu handeln.

In den knapp fünf Jahrhunderten, die seitdem vergangenen sind, wurde immer wieder gezeigt, dass es keiner Zauberei bedarf, um die Brücke zu reparieren, sie sogar fast komplett neu aufzubauen. Was Fürsten und Kaisertreue konnten, sollten wir in einer modernen Demokratie auch hinkriegen.

Wenn es hilft, wäre ich aber auch bereit, die zuständigen Politikerinnen und Politiker bis zum Abschluss der Bauarbeiten mit Euer Gnaden, Durchlaucht oder Hoheit anzusprechen.