Kleine Gemeinheit unter Frauen : Mein buddhistisches Bier

Eine kleine Gemeinheit unter Frauen bringt uns zum Nachdenken: Ist die Gesundheit oder ist der Genuss wichtiger? Und wie steht’s mit der Religiosität des Bieres?

Während eines Sommerfestes an einer Kuchentheke erklärt eine Dame, stolz auf ihr Gebäck deutend: „Ohne Zucker und ohne Gluten!“ Murmelt eine andere, so dass es die erste nicht hört: „Und ohne Geschmack.“ – Wir haben die Kekse nicht probiert und wissen daher auch nicht, ob die Kritik der zweiten Frau berechtigt war. Was wir uns aber fragen: Gehört nicht auch der Genuss zu einem guten Leben und nicht nur die Gesundheit? Frei nach dem Motto: „Keine Völlerei, kein Alkohol, kein Rauchen, kein Sex, keine Partys und Sie werden 100 Jahre alt!“ – „Mag ja sein, aber warum sollte ich dann so alt werden wollen?“

Gesund leben? Ja, natürlich (und persönlich konnte ich es ohnehin nie nachvollziehen, warum sich jemand für viel Geld glimmendes getrocknetes Laub zwischen die Lippe klemmt und den Rauch einatmet). Aber in der Ernährungs-Diskussion ist eine Grenze für mich erreicht, wenn mich jemand mit religiösem Eifer von bestimmten Ernährungsweisen überzeugen will, egal ob Vegan, Paleo, Rohkost oder was auch immer. Abgesehen davon ist mein Bier ja schon religiös. Nämlich buddhistisch. Denn wird es nicht nach dem Weg durch Kanalisation und Kläranlage einer Wiedergeburt zugeführt? Wenn es Pech hat, als Pfälzer Bier.

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