Frank Kohler hätte nur beinahe einen Platzregen unbeschadet überstanden

Kolumne So kann’s gehen : Diese Dusche war nicht nötig

Endlich hatte Frank Kohler alles dabei, um dem Regen zu trotzen. Eine Riesenpfütze und zwei Autos später war die Hoffnung auf einen Heimweg ohne Dusche dahin.

Es begann harmlos. Ein Tröpfeln aus dem sich verdunkelnden Abendhimmel. Flapp, Schirm auf, und raus Richtung St. Arnual, wo der Wagen stand. Dann wurde es laut, das Tröpfeln auf den Schirm wich einem Pochen, schließlich einem Hämmern. Wände aus Wasser schienen meinen Schirm zu umzingeln. Aber der Nässeschutzschild hielt mir das Ärgste vom Leibe. Kurz vor der Feldmannstraße war der Bürgersteig jedoch schon so geflutet, dass die Jeans sich von unten dunkel färbten. Innehalten im Buswartehäuschen. Tatsächlich ließ der Regen ein paar Minuten später wenigstens so weit nach, dass ich den Schlussspurt in Angriff nahm. Das Gefühl, diesmal glimpflich davongekommen zu sein, blieb mir nur noch eine halbe Minute lang vergönnt. Genauer gesagt bis zur Dauerbaustelle auf der Saargemünder Straße. Dunkel und schwimmbeckengroß hatte sich dort während des Platzregens Wasser gesammelt. Just als ich den kleinen Stausee erreichte, rauschten zwei Autos hindurch. Kein bisschen langsam, obwohl mich die Fahrer gesehen haben mussten. Eine Welle schwappte aus der Wasserlache herüber und durchtränkte meine rechte Seite. So blau waren meine Jeans noch nie. Und so sauer war ich nach getaner Arbeit selten. Denn diese Dusche war vermeidbar.

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